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WP: Stellplatzverordnung


Die Stadt Fürth hat eine Stellplatzsatzung. In dieser ist festgelegt, das Wohnhäuser und Wohnungen 1-2 KFZ-Stellplätz haben oder den Anspruch bei der Stadt für 8.000€ ablösen müssen. Familien die sich bewusst gegen ein Auto entscheiden wird so das Leben sehr schwer gemacht. Infos gibts im Pad

Das Konzept setzt voll auf Individualverkehr und passt einfach nicht zu einem modernen Stadtentwicklungskonzept. Ich schlage daher vor, dass die Piraten sich ein besseres Konzept überlegen. z.B. könnte jeder der ein Auto in Fürth anmeldet einen Parkplatz vorweisen müssen. Wer keinen Parkplatz hat muss halt einen Mieten. Das könnte dann auch eine Pauschale für das freie Abstellen in der ganzen Stadt sein. So wird sichergestellt, das nur die Erzeuger von Kosten (Autobesitzer) auch tasächlich die Kosten tragen und nicht ÖPNV Benutzer oder Fahrradfahrer.


Diskussionen

  • lootssl ist dagegen
    +4

    Die Stellplatzsatzung stellt sicher, dass die Immobilienbesitzer dafür Sorge tragen müssen, dass die von ihnen statistisch genutzten Fahrzeuge nicht auf der Straße stehen müssen. Haben sie keines (oder weniger), können sie den geschaffenen Raum ja (gewinnbringend) vermieten. Wird die Pflicht zur Schaffung von Parkraum auf die Fahrzeugbesitzer abgewälzt: Wo sollen sie den herbekommen, wenn die Immobilienbesitzer ihn nicht vorhalten müssen?

    Ich bin klar dagegen, diese Verpflichtung von den Immobilienbesitzern wegzunehmen. Die können den Parkraum ja schaffen und vermieten, das sollte zumindest kostenneutral möglich sein.

    Zudem: Was ist, wenn die nicht-autofahrende Familie auszieht und der Nachbesitzer ein Auto hat? Wo soll das stehen?

    Die 8.000 Euro Ablöse halte ich hingegen für unproduktiv, da so nicht mehr Parkraum entsteht, und zurzeit ist in Innenstädten kaum genug Parkraum vorhanden. Selbst in Städten mit besserer ÖPNV-Infrastruktur als Fürth ist das ein Problem, und die in Fürth halte ich gelinde gesagt für mäßig. Das gilt vor allem für das Umland.

    • delphiN ist dagegen
      +1

      So einen Parkplatz zu bauen ist nicht "kostenneutral" sondern kostet erstmal 10.000 Euro. Wenn ich den dann für 25 Euro pro Monat untervermiete dauert das über 30 Jahre bis ich wieder auf Null bin.

      Wäre es nicht sinnvoller der Parkraum wird von Firmen oder der Stadt gebaut und dann vermietet (Parkhäuser, Parkautomaten). Es hindert ja keinen Bauherre daran sich trotzem so viele Parkplätze auf seinen Grund zu bauen wie er möchte/braucht.

      Mich stört die pauschale Verpflichtung...

    • Du hast Recht. Im Moment gibt es zuviele Autos. Ich halte es nciht für richtig deshalb die Anzahl der Parkplätze bis ins unermessliche zu erhöhen sondern die Anzahl der Autos in der Stadt drastisch zu veringern. Im Grunde ist es eine reine Frage der Städteplanungs-Politik.

      Model 1 Die Stadt ist dazu verpflichtet für die Mobilität Ihrer Bewohner zu sorgen. Dies kann sie z.B. dadurch tun, das sie den ÖPNV ausbaut, Car-Sharing anbietet bzw. untersützt oder Farradwege baut und Park&Ride am Stadtrand anbietet. Zusätzlich kann sie z.B. durch Öko-Plaketen oder Anwohner-Ausweise die Befahrung der Innenstadt durch PKW nach und nach verringern. Menschen die dann auf ein Auto nicht verzichten können oder möchten müssen halt außerhalb des Stadtkerns wohnen oder einen teuren Parkplatz bezahlen.

      Modell 2 Andererseits kann die Stadt es sich natürlich auch einfach machen und den Ansatz des letzten Jahrtausends vortsetzen: Jeder braucht ein Auto - Punkt! Dann muss man natürlich Parkplätze bauen. Da das aber teuer ist zwingt man einfach jeden Immobilienbesitzer (die haben ja eh das Geld) vor jedes Haus zwei Parkplatze und neben jedes dritte Mehrfamilienhaus eine Tiefgarage bzw. einen Parkplatz zu setzte. Dass nimmt dann natürlich enorm viel wertvollen Platz weg und erhöht die Lärm und Abgasbelastung.

      Bin gespannt, in welche Richtung sich nach und nach die Piratenpartei entwickeln wird. Mit alten Geschäftsmodellen haben wirs ja nicht so...und die Stellplatzverordnung ist eindeutig ein solches.

      • Naja. Wenn ein Auto parkt, verursacht es ja eben keinen Lärm und Abgase... Wobei ich mir grundsätzlich weniger Parkplätze und stattdessen mehr Grünflächen wünschen würde.

        Die Ablöse zeigt eigentlich sehr deutlich, dass die Stadt Fürth letztlich nur ihre ohnehin schon leeren Kassen auffüllen will - die VO dient also eher als vorgeschobener Rechtfertigungsgrund denn als Problemlösungsweg.

        Aber prinzipiell ist es schon sinnvoll, den Leuten den ÖPNV schmackhafter zu machen. Ich habe vor allem deshalb noch mein Auto, weil ich mobil bleiben will - und da, wo ich normalerweise unterwegs bin, brauche ich so eben 20 min. im Gegensatz zu 2 Stunden (einfach) mit Bus & Bahn.

  • Es gibt zu dem Thema nun auch eine LQFB-Initiative. Wär schön, wenn sich Beführworter und Kritiker auch dort mitmachen würden.

  • delphiN ist dafür
    +1

    Scheinbar hat sich die Fürth Regierung mit Ihrer harte Stellplatzverordnung in Fürth nun nun selbst ins Knie geschossen und ein tolles Großprojekt zum Wanken gebracht. Der Bau des Groß-Kinos in der Gebhardtstraße verzögert sich wegen der Stellplatzfrage schreiben die Fürther Nachrichten am 23.05.12.

    Die Kino-Betreiber müssen jetzt wohl in den sauren Apfel beißen und sich das nahegelegene Marktkauf-Parkhaus kaufen. Der Besitzer des Parkhauses kann nun natürlich verlangen was er will. Das wird teuer!

    Auch hier ist das Kino direckt an einem der zentralsten ÖPNV-Knotenounkte in ganz Fürth und trotzdem kommt niemand auf die Idee mal einen Hauch Kreativität zu zeigen und statt Parkplätzen anzubieten z.B. kostenlose ÖPNV Tickets an die Kinotickets zu binden. Das Theater Fürth macht das übrigens auch.

    Das Problem hier ist, dass das Kino die Parkplätze auf jeden Fall kaufen MUSS egal was es kostet. Es gibt also sowohl eine perfekte ÖPNV-Anbindung wie auch ein privates Parkhaus in der Nachbarschaft - Aber die Stellplatzverordnung schreibt nunmal vor, das der bauher die Prkplätze besitzen muss. Mir stinkt diese Unflexibibilität.

  • fritzoid ist dafür
    +1

    Dass jede neu gebaute Wohnung einen Stellplatz haben soll, find ich garnicht so doof (ausser, dass schlecht gemachte Parkplätze Wasser am versickern hindern und die Überhitzungsprobleme von Städten verstärken). Allerdings finde ich auch, dass ein Stellplatz pro Wohnung (in der Stadt!) dem Grundbedarf des Bürgers gerecht wird.

  • ImmerNurWollen ist dagegen
    +1

    Jeder der den ÖPNV nicht nutzt, wird über Umlagen auch an den Kosten des ÖPNV beteiligt. Der finanziert sich ja bekanntlich nicht über die Ticketverkäufe sondern durch Zuschüsse.

    Gerade Tiefgaragenstellplätze müssen heute meist schon extra bezahlt bzw. gemietet werden. Hier werden also die Autobesitzer eh schon extra zur Kasse gebeten.

    • delphiN ist dagegen
      +1

      Ich versteh nicht so wirklich, was der ÖPNV mit Stellplätzen zu tun hat. Hab ich deine Argumentation richtig verstande?: Weil Autofahrer den ÖPNV mitfinanziern müssen ist es nur gerecht, das ÖPNV-Benutzer auch den Ausbau von Parkplätzen mitfinanzieren müssen?

      Du hälst es also für richtig, das Wohnungsbesitzer den Individualverkehr mitfinanzieren und deren Ausbau unterstützen müssen, auch wenn sie kein Auto haben?

  • benclaus ist dagegen
    0

    eine umlage der kosten auf die pkw besitzer lehne ich aus den von lootssl aufgeführten gründen ebenfalls ab. am härtesten träfe es wiedermal die ärmeren bevölkerungsschichten. wer sich ein haus leisten kann,sollte auch geld für parkraum haben - und sei es nur für gäste.

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