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WP: ÖPNV


Die Piratenpartei Deutschland hat auf dem #BPT112 in Offenbach das Positionspapier Q070 verabschiedet, das sich mit dem fahrscheinlosen ÖPNV befasst.

Da der ÖPNV in der Metropolregion Nürnberg meiner Meinung nach eine besonders große Rolle spielt, sollten wir die Chance nutzen und bei der Kommunalwahl Stellung beziehen.

Themen den ÖPNV betreffend sind z. B.:

  • Fahrscheinloser ÖPNV
  • Abschaffung der Kurzstrecke
  • Verbot von Alkohol in U-Bahnen
  • Kameraüberwachung in der U-Bahn
  • Automatische U-Bahnen
  • Sozialticket

Bitte beteiligt euch!


Diskussionen

  • ImmerNurWollen ist dafür
    +4

    Sozialticket

    Ein Sozialticket ist extrem wichtig um Personen die sich ein Monatsticket nicht leisten können zu ermöglichen im lokalen Umkreis mobil zu sein. Zynisch könnte man sagen, dass sie so wenigsten legal und einfach ins "Jobcenter" kommen könnten. Die Ausgestaltung könnte evt. so aussehen:

    ALGII-Empfänger erhalten automatisch ein Monatsticket Schüler fahren generell kostenlos (evtl. nur auf dem "direkten" Schulweg)

    Wichtig ist, dass auf dem Ticket nicht ersichtlich ist, dass es sich um ein Sozialticket handelt. Das beugt Stigmatisierung vor.

    • Super Idee. Da gibts auch schon eine Initiative.

      Bei Schülern könnte evtl. der Schülerausweis als Fahrkarte dienen. Dann kann ein Kontolleur sehen, ob das der Schulweg ist.

      • MrScoville ist dafür
        +1

        Die Idee mit dem Schülerausweis ist sehr gut. Ich sehe nämlich überhaupt nicht ein, wieso ein Sozialticket nicht finanzierbar ist, Schüler und Studis aber mit erheblich ermäßigten Tickets auch nachts und am Wochenende quer durch die Stadt juckeln dürfen, ganz unabhängig vom Familieneinkommen. Kostenlos von und zur Schule/Uni einverstanden, aber muss der Rest sein?

  • Alkoholverbot

    Alkoholverbot im ÖPNV Sehe ich zweischneidig. Ich fühle mich durch das Verbot nicht sonderlich eingeschränkt, ärgere mich aber, dass ich, wenn mir danach ist nicht mal friedlich mein Bier im Zug trinken kann. Andererseits macht es auch kein Spass in eingetrockneten Bierlachen kleben zu bleiben wenn mal wieder einer nicht aufpassen konnte. Prinzipiell kommt es eher auf die Umsetzung an. Momentan ist es so, dass einzelne, friedliche Personen darauf hingewiesen werden. Treten die "Trinker" aber in größeren Gruppen auf wird Nichts unternommen....

    • Ich bin gegen ein Alkoholverbot im ÖPNV. Betrunkene können auch ohne weitertrinken randalieren, und im Allgemeinen halte ich es für Obrigkeitsgängelung.

    • Problem ist halt nicht der Alkohol, sondern die betrunkenen.

      • Richtig, und diese betrinken sich nicht unbedingt in Bus und Bahn, sondern bevor sie jene nutzen und dort ihren Mitfahrern auf die Nerven gehen.

        Ein generelles Alkoholverbot schränkt den braven Bürger, der sein Feierabendbier gern mal in der U-Bahn (nächster Schritt: Alkoholverbot auf öffentlichen Straßen) trinkt, ein und ist überdies nicht zielführend, denn der Prolet wird es sich nicht nehmen lassen, sich trotzdem zu betrinken und rumzustänkern, wenn es ihm beliebt. Davon abgesehen, würde ein Alkoholverbot von Fahrern und Schaffern genauso wenig durchgesetzt werden, wie bereits bestehende Richtlinien (nicht essen, nicht pöbeln, keine laute Musik). HIER müsste sich etwas ändern.

        Auf - durch alkoholische Getränke - versiffte Sitze stoße ich in Fürther Bussen und U-Bahnen extrem selten. Eher sind sie aufgeschlitzt, angeschmiert oder voller Knabberzeugreste. Vorallem für Randalierer sollten hohe Strafen angesetzt und vorallem auch angewandt werden.

    • Ein - wie ich finde - sehr guter Vorschlag ist es pro Wagen zwei Mülleimer anzubringen. Dort können dann z.B. leere Flaschen leicht entsorgt werden ohne herumzurollen. Wenn der "Depp" seine Cola- oder Bierflasche dann nicht selbst wegschmeißt können immer noch sich gestöhrt gefühlte Fahrgäste die Reste entsprechend entsorgen. Ich könnte mir vorstellen, das sowas tatsächlich die Situation verbessern würde.

    • einem alkoholverbot auf öffentlichen straßen würde ich absolut nicht zustimmen, aber die u-bahn ist ein abgeschlossener raum ohne ausweichmöglichkeiten und da kann ich es schon verstehen,wenn sich ältere leute oder alleinreisende frauen durch eine trinkende gruppe verunsichert fühlen. klar,den friedlichen feierabendbierchentrinker trifft das verbot leider auch, aber die c.a50 min. von endhaltestelle zu endhaltestelle sollte man auch als schwerer trinker ohne alkohol aushalten ;) falls nicht:umfüllen in thermosflasche.

      • delphiN ist dagegen
        +1

        Thermosflasche ist keine Lösung da Alkohol verboten ist und nicht etwa Glasflaschen. Auch fühlen sich "ältere Leute und alleinreisende Frauen" nicht durch trinkende Gruppen belästigt sondern - wenn überhaubt - durch Betrunkene. Das ist ein großer Unterschied! Ein Alokoholverbot hilft hier garnichts.

  • delphiN ist dafür
    +3

    Umstellung auf ein echtes Wabensystem

    Das Kurz- bzw. Langstrecken WirWar muss abgeschaft werden!

    Es muss eine einheitliche Streifenkarte für alles geben: Ein Streifen entspricht dann halt einer Kurzstrecke und zwei und mehr Streifen einer Langstrecke. Für jede "Wabe" im Verbundsystem benötigt man dann einen Streifen: http://vgn.de/verbundnavigator/

    Andere Systeme machen das auch Waben-bezogen und das wäre auch viel logischer!

  • Tarifsystem

    Die Kurzstrecke gibt es noch, ob die aber jemals sinnvoll war ist eine andere Frage. Besser wäre ein vernünftiges, einfaches Tarifsystem mit stärker bezuschussten Preisen.

    • Die Argumentation, der ÖPNV sei günstiger als Individualverkehr, hinkt meiner Ansicht nach schon sehr. Du kannst die Anschaffungskosten eines Pkw nicht mit einrechnen - wer schon ein Auto, einen Roller oder auch ein Fahrrad hat, wird allenfalls die laufenden Kosten (fix und variabel) mit den Kosten für den ÖPNV vergleichen. Und die fixen (also nutzungsunabhängigen) Kosten fallen auch dann an, wenn ich den Bus nehme - umgekehrt rechne ich als Fahrgast ja auch die Anschaffungskosten eines neuen Busses o.ä. nicht mit. Äpfel mit Birnen vergleichen geht schlecht.

      Was die Fahrtkosten angeht, zahle ich mittlerweile innerhalb Fürths schon -wieviel? 2,40 €? auf einfacher Strecke. Das sind gut 1,5 l Sprit - und damit komme ich selbst bei einem Verbrauch von 6l/100 km gute 25 km weit.

      Umgekehrtes Beispiel für betroffene "Hinterwäldler": Als ich noch in Herzogenaurach gewohnt, aber in Fürth gearbeitet habe, kostete mich die MobiCard schon über 120 € im Monat. Dafür musste ich zusätzlich 3 Stunden Fahrtzeit/Tag (mindestens!) einrechnen.

      Nahm ich das eigene Auto, hatte ich Kosten von (21 Arbeitstage/Monat2 Fahrten/Tag20 km=840 km => 8,46l/100km1,15€/l = 57,96 € Spritverbrauch; + Versicherung 30-50 € => zwischen 90 und 110 €) - sagen wir mal 100€/Monat. Und war nicht 3 Stunden + x, sondern lediglich 40 min./Tag unterwegs. Selbst wenn wir aktuelle Spritpreise ansetzen, kommen wir nicht über 130 € - während die MobiCard mittlerweile schon gegen 150 € tendiert.

      Ich muss ehrlich sagen, dass der vergleichsweise hohe Preis (Mitnahme Hund kostet nochmal extra, ich darf noch ewig durch die Kälte marschieren und friere mir den Hintern an der Haltestelle ab, um dann keinen Sitzplatz mehr zu bekommen) mich regelmäßig davor zurückschrecken lässt, das Auto stehen zu lassen. Warum soll ich mir zwei Stunden einfache Fahrt antun für 17 km Strecke, wenn ich meinen Opa besuchen will, wenn ich günstiger und schneller mit dem Auto fahren kann?

      Bei Schülern geht der Trend zum Schwarzfahren - weil es billiger ist, sich einmal im Halbjahr erwischen zu lassen und 40€ zu blechen, anstatt jeden Monat die horrenden Fahrpreise zu zahlen. Denn bisher sind die Fahrkarten nur für Schüler mit mindestens 2 Geschwistern daheim kostenlos - und das unabhängig vom Einkommen. Wer das Pech hat, nicht mindestens zu dritt daheim zu sein, muss eben zahlen, wenn er zur Schule will. Gerecht ist was anderes.

      Wir benötigen dringend ein neues Tarifmodell - oder besser noch den fahrscheinlosen ÖPNV. Dadurch, dass man die Preise immer weiter in die Höhe schraubt, gehen die Ticketverkäufe nicht rauf - im Gegenteil: willige Kunden werden vergrault. Und das ist wirklich schade.

      • Auf was bezieht sich denn dein Kommentar? Von günstiger als Individualverkehr habe ich nichts geschrieben. Und Rechenbeispiel brauchte ich auch keines.

        Aber um auf deine Argumentation einzugehen: Jahresabo Herzogenaurach-Fürth: 92,30€ Mobicard 31: 129€ Rechnen wir aber lieber mit einem Jahresabo, weil sich meiner Meinung nach kein Pendler eine Mobicard kaufen wird, wenn er eh jeden Tag pendelt. Nach deiner Rechnung wäre das Jahresabo also günstiger. Das mit der Fahrzeit ist wieder was anderes. Da spuckt mir die Info was mit ca. 1h von Herzogenaurach nach Fürth Haupbahnhof aus.

        Sicher ist die Attaktivität des ÖPNV immer von Start- und Zielpunkt abhängig. Z.B. lohnt es sich für mich nicht mit dem Auto nach Erlangen zu fahren. Da würden alleine schon Parkplatzkosten von 20 - 40 € im Monat fällig. Je nachdem ob man willens ist jeden Tag nach güstigen/kostenlosen Parkplätzen zu suchen. Das Jahersabo kostet mich da 61,10€ im Monat: Zeitlich wäre ich mit dem Auto evtl. 10 min schneller.

        Und für die Schülerdiskussion verweise ich dich mal auf den Punkt: Sozialticket

      • lootssl ist dafür
        +1

        Da wir den ÖPNV eh kostnelos haben wollen, wäre ein erster Schritt eine Flartare-Regelung für das gesamte Tarifgebiet. Leute, die weiter draussen wohnen, opfern schon ihre Zeit, da finde ich es unfair, dass sie auch noch ihr Geld opfern sollen. Die Argumentation für Corsi ist mE gut, fordern wir doch einfach eine "Gesamtnetzkarte" für um die 50 Euro im Monat.

  • delphiN ist dafür
    +2

    Hier ist eine nette Zusammenfassung welche Gründe für einen fahrscheinlosen ÖPNV (hier im Bereich Mainz) als Diskussionsgrundlage in Frage kommen:

    10 Gründe für einen fahrscheinloisen ÖPNV

  • stärkere Vernetzung

    Bitte auch eine stärkere Vernetzung anstreben - wenn ich auf 5 km zu Fuss nur unwesentlich langsamer bin als mit den Oeffentlichen sind die fuer mich uninteressant.

    Mir geht es hier um die Strecke Fuerth-Bislohe - Erlangen-Tennenlohe: als ich das letzte Mal geschaut habe dauert die Fahrt im Idealfall ueber 40 Minuten. Ich muss zwar joggen, aber selbst ich als Inkarnation der Unsportlichkeit schaffe diese Zeit auch zu Fuss.

    Gruss, Ulli

    • Kann ich nicht nachvollziehen. Von der Steinacher Straße (fünf Gehminuten von Bislohe Mitte) ist man in 16 Minuten per Linien 29 und 30 in Tennenlohe. Du kannst nun wirklich nicht erwarten, dass alle kleinen Stadtteile untereinander direkt verbunden werden. ÖPNV ist nun mal unbequemer als Individualverkehr, aber dafür auch noch eine ganze Ecke günstiger.

    • Ich hatte letztlich ein Gespräch mit einer Kollegin aus Erlangen mit einem ähnlichen Thema. Sie kannte, ich glaube aus den Staaten, folgendes System: Kurze Linien sammeln die Fahrgäste ein und fahren sie dann zu den Hauptlinien.

      Vorteil: Kurze Wartezeiten möglich, da die Zubringer nur kürzere Strecken fahren müssen. Kürzere Fahrtzeiten auf den Hauplinien, da diese dann keinen Umweg mehr fahren müssen.

      Nachteile: Mehr Fahrzeuge benötigt? Häufiger umsteigen.

      (bitte ergänzt doch noch)

  • GiantGeorge ist dafür
    +2

    Ich finde die Idee sehr sympathisch, dass viel mehr Menschen günstig und unkompliziert mit Öffentlichen (statt ein Insasse / pro Auto) unterwegs sind. Das sollte man bzw. die Öffentlichkeit auch entsprechend fördern.

  • Ich möchte nochmal das Fass "Sozialticket" aufmachen und es in Konkurrenz stellen zum Schülerticket. Mit einigen Annahmen und den verfügbaren Zahlen der diversen Statistikbehörden und dem VGN kommt man auf folgendes:

    Mit der Abschaffung des Schülertickets zu € 33,40 (Vergleich: € 44,40 für ein Solo31-Monatsticket) und unter Berücksichtigung der Zahlen zum Bezug von ALG II in Fürth ließe sich kostenneutral ein Zuschuss für das Sozialticket von etwa € 39,60 pro Person und Jahr bewerkstelligen. Dies betrifft (Schüler aus ALG II-Haushalten sind hier schon heraus gerechnet) etwa 5.880 Personen. Macht einen Gesamttransfer von sage und schreibe € 232.850,-. Dem stehen ganz gemäß der Zahlen des VGN und ohne die Hochrechnerei des Bündnisses umgerechnet auf Fürth Verluste von etwa € 76.400,- gegenüber, wenn man den vom Bündnis gewünschten Preis von € 11,23 pro Sozialticket und Monat ansetzt.

    Nochmals zur Sicherheit: Schüler aus ALG II-Haushalten sind hier schon komplett heraus gerechnet, d.h. sie erhalten innerhalb dieser Rechnung bereits völlig gratis und 12 Monate im Jahr ein Solo31-Ticket; und diejenigen, die sowieso wegen der 420-Euro-Grenze grundsätzlich die Fahrkosten von und zur Schule erstattet bekommen, sind noch gar nicht berücksichtigt, geschweige denn die Damen und Herren Studenten.

    Falls gewünscht, dekliniere ich das gern an passender Stelle auf Euro und Cent durch.

    Edit: Die wichtigste Annahme in dieser Rechnung ist, dass nur 1/3 der Schüler der Stufen 5-12 ein Schülerticket haben. Bei einer höheren Quote sieht die Rechnung noch besser pro Sozialticket aus.

  • delphiN ist dafür
    +1

    Mobilitätstaler

    Bedürftige Fürther sollen ab Januar 2012 aus einem Spendentopf Zuschüsse für Bus- und U-Bahnfahrkarten bekommen. Konkret geplant ist die Einführung sogenannter Mobilitätstaler im Wert von fünf Euro pro Monat. Die Initiatoren schwärmen von einer "pragmatischen und bundesweit einmaligen Fürther Lösung", die Kritiker sprechen von Augenwischerei." - Nürnberger Nachrichten

    Wenn wir in Fürth den ÖPNV in Wahlprogram aufnehmen sollten wir auch zum Mobilitätstaler Stellung beziehen.

    • Das ist nicht Augenwischerei, das ist die Leute an der Nase herumführen. Wohne ich von der Ausgabestelle soweit weg, dass ich Bus fahren muss, gebe ich (hin- und zurück) schon mal 4,80 € aus um die 5,00 Taler zu erhalten. Gewonnen?? 0,20 €. Eine "tolle" Idee, die als Alternative zum Sozialticket benutzt wird. Bundesweit bestimmt einmalig. Obelix war zu einseitig. Nicht nur die Römer spinnen.

    • delphiN ist dafür
      +1

      Am 05.06.12 haben sich die Fürther Nachrichten kritisch mit dem Mobilitätstaler außeinander gesetzt.

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